Das von dem südafrikanischen Dichter C.Louis Leipoldt(1880-1947) geschaffene Gedicht "Die einde" wurde von mir in Platt-und Hochdeutsch übersetzt. Es handelt von der Leidenszeit des zweiten Burenkrieges (1899-1908)Das Gedicht soll die sprachliche Verwandtschaft zueinander dokumentieren.
Die einde
Gee vrede en rus vir ons almal wat lam is van swerwe,
Moed en geduld vir ons almal wat bang is vir sterwe;
Gee vir ons hart, soos in somer die sap vir die bome;
Gee vir ons krag vir die werk en verstand vir die drome;
Gee dat ons lag as die lewenslas druk op ons harte;
Gee vir ons hoop in die donkerste nagte en smarte;
Gee vrede en rus vir uns almal wat lewe en erwe
Smart en verdriet, met die reg om uiteind′lik te sterwe!
Gee vrede en rus! En ons vra nie iets anders, en luister
Stil na die wind wat so sag in ons ore kom fluister:
"Moed, mense, hou moed:
Die kwaad sal verander in goed -
De morelig kom uit die duister!"
Dat Enne
Giw Friär un Röst för us alle de lam sint van′t Swiärmen,
Mood un Geduld för us alle de bang sint för′t Stiärwen;
Giw för us′ Hiärt äs de Summer dän Sap för de Baime;
Giw för us Macht för dat Wiärk un Venül för de Draime;
Giw dat wi lacht wan de Liäwenslast drükt up dat Hiärt;
Giw för us Huop in de düüsteren Nächt un Smiärt;
Giw Friär un Röst för us alle te liäwen un iärwen
Smiärt un Vedrot, met dat Rächt üm endliks te stiärwen!
Giw Friär un Röst! Un wi fraogt nao niks anners, un lustert
Stil nao dän Wind, wel so sacht in us′ Aor kümp te flistern:
"Mood, Mensken, holt Mood:
Dat Laige sal ännern in Guët-
Dat Muornlecht kümp uut dat Düüstern!"
Das Ende
Gib Frieden und Rast für uns alle die lahm sind vom Schwärmen,
Mut und Geduld für uns alle die bang′ sind für′s Sterben;
Gib für unser Herz wie der Sommer den Saft für die Bäume;
Gib für uns Kraft für das Werk und Verstand für die Träume;
Gib das wir lachen wenn die Lebenslast drückt auf das Herz;
Gib für uns Hoffnung in der dunkelsten Stunde und Schmerz;
Gib Friede und Rast für uns alle die leben und erben
Schmerz und Verdruss, mit dem Recht um endlich zu sterben!
Gib Frieden und Rast! Und wir fragen nichts and′res und lustern
Still nach dem Wind, welcher so sanft kommt in′s Ohr zu flüstern:
"Mut, Menschen, habt Mut:
Das Schlechte wird ändern in Gut-
Das Morgenlicht kommt aus dem Düstern!"