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  Unterkategorie: Eisenverhüttung

Rennofenbetrieb mit Torf
25.05.2006
Ergebnisse Rennofenversuch 18 am 25.05.2006 „Erster Torf

Ort: Sachsenhof Greven

Ofentyp: Espevej 2

Erz: Hörstel (geröstet)

Brennstoff: Schwarztorf (noch recht locker, von der Grenzschicht zum Weißtorf)

Belüftung: Gebläse

Teilnehmer: Bernhard Reepen, Hermann-Josef Drexler, Arne Reepen, Karin Stahl Reinhard Klumpp

Wetter: Regen


Der Ofen wurde ab 9:15 Uhr, zunächst mit Holz, dann mit Holzkohle, vorgeheizt. Der erste Erzgang erfolgte um 12.00 Uhr. Es wurde zunächst ein Holzkohle / Erz Verhältnis von 2,0 kg Kohle zu 2,0 kg Erz zugegeben. In kleineren Mengen wurde während des ganzen Prozesses vorsortierte hocheisenhaltige Schlacke und kleinteiliges Eisen, aus Vorversuchen, zugegeben. Insgesamt 3,0 Kilogramm.
Da der Ofen schon sehr stabil lief wurde nach zwei Erzgängen der Brennstoff auf Torf umge-stellt. Der Schwarztorf war in der üblichen Torfbrikettform vorhanden. Er musste daher auf eine Größe von 5 x 6 Zentimetern zerkleinert werden. Da der Torf erheblich leichter ist als Holzkohle mussten auch die Zugabemengen angepasst werden. Das von uns verwendete Raummaß (Jaucheschöpfer) fasste nur 1 Kilogramm Torf. Es wurden daher auch Erzportionen von 1 Kilogramm zugegeben.
Die Erzgänge erfolgten ca. im 10 Minuten Rhythmus. Er verkürzte sich zwischenzeitlich auf einen 5 Minuten Rhythmus. Der Torf hat einen geringeren Heizwert wie Holzkohle und durch die großen Stücke ist ein großer Gasdurchsatz gewährleistet. Der Ofen lief sehr gleichmäßig über die gesamte Zeit in der Erz zugegeben wurde ( 6:10 Stunden).

Am Düsenloch war während des gesamten Prozesses kein Schlackefluss sichtbar. Es war nur tastbar, dass die vorbeirutschenden Erzbrocken eine teigige Konsistenz annahmen. Um 14:55 Uhr (nach 2:55 Stunden) wurde die Sandisolierung beseitigt und die untere Ofenklappe ge-öffnet. Die bisher angefallene erstarrte Schlacke wurde ausgeräumt. Der Ofen wurde offen weitergefahren, da schon sehr viel Schlacke angefallen und erstarrt war. Da der Schlacken-fluss sehr gut sichtbar war konnte die Temperaturführung, nach der Konsistenz der fließenden Schlacke, gesteuert werden. Sobald die Schlacke zu dickflüssig wurde, musste mehr belüftet werden. Rann die Schlacke nicht mehr als dünnflüssiges Rinnsal sondern, als schnellfließende Tropfenfolge, wurde die Belüftung reduziert. Es zeigte sich, dass die Belüftung mit zuneh-mender Laufzeit des Ofens immer weiter reduziert werden konnte.
In unregelmäßigen Abständen wurde immer wieder erstarrte Schlacke ausgeräumt, die bald ein erheblich größeres Volumen einnahm, als eine Schlackegrube hätte aufnehmen können.

Ab ca. 16:00 verkürzte sich der Rhythmus der Erzgänge auf 5 Minuten und ab17:15 noch weiter. Es wurden daher doppelte Portionen eingefüllt. Nach 3 Doppelportionen zeigte sich aber das der Ofen ins Stocken geriet. Vor dem Düsenloch zeigten sich nur noch teigige Erz-brocken und kaum noch Brennstoff. Der Schlackefluss endete auch. Eine Steigerung der Be-lüftung brache keine Besserung. Es wurde daher die Torfmenge pro Erzgang verdoppelt. Um dem Brennstoffmangel in der heißen Zone zu begegnen wurden Holzkohlestücke durch das Düsenloch eingegeben. Da sich nach 5 weiteren Erzgängen keine Besserung zeigte erfolgte der letzte Erzgang um 18:10.
Es wurde nur noch Torf zugegeben, aber weiterbelüftet um den Schlackefluss nochmals in Gang zu bringen.. Der Ofen brannte dann herunter. Der Schlackefluss setzte dann auch mit zunehmendem herunterbrennen zaghaft wieder ein. Um 19:00 Uhr wurde der Ofen geöffnet. (Gesamtlaufzeit 7 Stunden + Vorheizen)

An der Ofenklappe hatte sich eine größere Luppe gebildet. Diese wurde sofort abgeschlagen und auf einem Holzklotz und anschließend auf einem Ambos vorgeschmiedet. Aus dem Ofen-raum wurden zwei kleinere Luppen geborgen. An der Rückwand, um die hintere Düse, war ebenfalls eine größere Luppe angebacken. Da sie sehr fest saß, wurde leider bei der Bergung, der Ofen zerstört (konnte am Folgetag repariert werden). Diese Luppe wurde auch noch vor-geschmiedet. Bei der Nachsuche am Folgetag wurde noch viel kleinteiliges Eisen mit einem Magneten geborgen.



Luppengewichte:

Luppe 1 2,500 kg

Luppe 2 0,669kg

Luppe 3 0,645kg

Luppe 4 0,572kg

Luppe 5 0,517 kg

Luppe 6 0,511 kg

Luppe 7 0,388 kg

Luppe 8 0,193 kg

Luppen gesamt: 5,995 kg

Luppe 1 u. 2 wurden vorgeschmiedet

Kleinteiliges Eisen: noch nicht gewogen


Verwendete Materialien:

Raseneisenerz: 47 kg Schlacke u. Kleineisen 3,0 kg ges.: 50,0 kg

Holzkohle: 4 kg
+ Vorheizmaterial: 42 kg Holzkohle + Nachheizmat.: 5 kg Torf
Torf: 48 kg

Gesamtbrennmaterial (Torf,Holzkohle): 99 kg +Holz ungewogen




Luppe 1 vorgeschmiedet und geteilt









Luppe 2 und 3 vorgeschmiedet und geteilt








luppe 4 vorgeschmiedet und geteilt











Ein weiterer Versuch zur Verhüttung mit Torf fand auf dem 3. Rennofensymposium in Eindhoven am 17. 09.06 statt. demnächst weiteres an dieser Stelle.FETT>


B.Reepen

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