2. Rennofensymposium 2005 in Polle an der Weser
Nach dem erfolgreichen 1. Rennofen und Schmiedesymposium 2004 in Greven, hat sich für 2005 ein Nachfolgeveranstalter gefunden.
Kunstschmied Georg Petau richtete auf der Domäne Heidbrink, in Polle an der Weser, das 2. Rennfeuersymposium aus.
Vom 18. bis 21. August 2005 kamen wieder Eisenverrückte aus ganz Europa zusammen. Sieben Teams bauten Öfen, welche teilweise mehrfach betrieben wurden. Hinzu kamen zahlreiche Fachleute, die sich mit Vorträgen oder Präsen-tationen beteiligten. Auch für das allgemeine Publikum waren es hochinteressante Tage.
Nahere Informationen:
http://www.petau.net/deutsch/startseite.html
Der Sachsenhof Greven war ebenfalls durch einen Rennofen vertreten. In die-sem, bei uns bewährten modifizierten Espevejofen, wurden zwei sehr erfolgrei-che Versuche gefahren, die nachfolgend beschrieben werden. Besonders anzu-merken ist, dass der zweite Versuch von unseren Nachwuchsschmelzern, als Lehrlingsversuch, in Eigenregie durchgeführt wurde.
Außerdem hielten wir einen Diapräsentation über das 1. Rennofen und Schmie-desymposium in Greven. Die Präsentation sowie ein Film über das Symposium in Polle sind auf der oben genannten Homepage anzusehen
Beschreibung unserer Versuche in Polle:
Ergebnisse Rennofenversuch 16 am 20.08.2005 2. Rennofensymposium in Polle
Ort: Kunstschmiede Petau Domäne Heidbrink in Polle / Weser
Ofentyp: Espevej 2
Erz: Friesoythe (geröstet u. blaues Erz aussortiert)
Brennstoff: Grillholzkohle
Belüftung: Blasebälge ca. 1100 Ltr./min
Teilnehmer: Bernhard Reepen, Hermann-Josef Drexler, Carlo Waltermann, Arne Reepen,
Wetter: Regen
Der Ofen wurde ab 9:00 Uhr, zunächst mit Holz, dann mit Holzkohle, vorgeheizt. Der erste Erzgang erfolgte um 11.00 Uhr. Es wurde ein Holzkohle / Erz Verhältnis von 1,7 kg Kohle zu 1,5 kg Erz zugegeben. In drei Gaben (4,5 kg) wurde anstelle von Erz vorsortierte hocheisen-haltige Schlacke und kleinteiliges Eisen, aus Vorversuchen, zugegeben.
Die Erzgänge erfolgten ca. im 10 Minuten Rhythmus. Der Ofen lief sehr gleichmäßig über die gesamte Zeit in der Erz zugegeben wurde ( 9,3 Stunden).
Um 12:10 wurde der erste Schlackefluss am Düsenloch sichtbar. Um 15:00 Uhr (nach 4 Stunden) wurde die Sandisolierung beseitigt und die untere Ofenklappe geöffnet. Die bisher angefallene erstarrte Schlacke wurde ausgeräumt. Da die Temperatur im unteren Ofenraum noch zu niedrig war wurde die Klappe wieder geschlossen um die Isolierung zu verbessern. Um 15:40 wurde sie erneut geöffnet. Die Temperatur unter der sich bildenden Luppe hatte sich so weit erhöht, dass der Ofen nun offen gefahren werden konnte. Die angesammelte er-starrte Schlacke wurde erneut ausgeräumt. Da der Schlackenfluss sehr gut sichtbar war konnte die Temperaturführung, von der Blasebalgmannschaft, nach der Konsistenz der fließenden Schlacke, gesteuert werden. Sobald die Schlacke zu dickflüssig wurde, musste mehr belüftet werden. Rann die Schlacke nicht mehr als dünnflüssiges Rinnsal sondern, als schnellfließende Tropfenfolge, wurde die Belüftung reduziert. Es zeigte sich, dass die Belüftung mit zuneh-mender Laufzeit des Ofens immer weiter reduziert werden konnte.
In unregelmäßigen Abständen wurde immer wieder erstarrte Schlacke ausgeräumt, die bald ein erheblich größeres Volumen einnahm, als eine Schlackegrube hätte aufnehmen können.
Um 20:30 Uhr erfolgte der letzte Erzgang. Es wurde noch einmal Kohle nachgegeben und dann die Belüftung eingestellt. Der Ofen brannte dann im Eigenzug herunter und wurde um 23:00 Uhr geöffnet. (Gesamtlaufzeit 12 Stunden + Vorheizen)
An der Ofenklappe hatte sich eine größere Luppe gebildet. Diese wurde sofort abgeschlagen und auf einem Holzklotz und anschließend auf einem Ambos vorgeschmiedet. Aus dem Ofen-raum wurden zwei kleinere Luppen geborgen. An der Rückwand, um die hintere Düse, war ebenfalls eine größere Luppe angebacken. Da sie sehr fest saß, wurde leider bei der Bergung, der Ofen zerstört (konnte am Folgetag repariert werden). Diese Luppe wurde auch noch vor-geschmiedet. Bei der Nachsuche am Folgetag wurde noch viel kleinteiliges Eisen mit einem Magneten geborgen.
Luppengewichte:
Luppe 1 7,40 kg Luppen gesamt: 10,64 kg
Luppe 2 2,80 kg Luppe 1 u. 2 wurden vorgeschmiedet
Luppe 3 0,30 kg Kleinteiliges Eisen: 460 g
Luppe 4 0,14 kg
Verwendete Materialien:
Raseneisenerz: 82,5 kg Schlacke u. Kleineisen 4,5 kg ges.: 87,0 kg
Holzkohle: 98,6 kg + Vorheizmaterial
Luppen Versuch 16 vorgeschmiedet und geteilt
Luppen 1 , 2, 3, ungeteilt, vorgeschmiedet
Luppe 1 geteilt
Luppe 2 geteilt
Luppe 3 geteilt

Temperaturverlauf Versuch 20.08.05
Eebnisse Rennofenversuch 17 am 21.08.2005 2. Rennofensymposium in Polle
Ort: Kunstschmiede Petau Domäne Heidbrink in Polle / Weser
Ofentyp: Espevej 2
Erz: Friesoythe (geröstet überwiegend blaues Erz )
Brennstoff: Grillholzkohle
Belüftung: Blasebälge ca. 1100 Ltr./min
Teilnehmer: Arne Reepen, Carlo Waltermann, 3 Hilfskräfte,
Supervision: Hermann-Josef Drexler, Bernhard Reepen
Wetter: sonnig
Der Versuch 17 war als Lehrlingsversuch angelegt. Die Leitung hatte unsere erfahrene Blase-balgmannschaft, Arne Reepen und Carlo Waltermann, verstärkt durch drei Hilfskräfte.
Zunächst musste der am Vortag beschädigte Ofen repariert werden. Es war ein Drittel des hinteren Ofenschachts als ganzes Stück herausgebrochen. Dieses Stück wurde mit Lehmmör-tel wieder aufgesetzt und sorgfältig verschmiert. Die Reparatur machte während der gesamten anschließenden Betriebsdauer keine Probleme. Dann wurde die Ofenklappe eingesetzt und der Ofen mit glühender Holzkohle befüllt. Die Vorheizzeit wurde sehr kurz gehalten, da der Ofen noch erhebliche Restwärme vom Vortag hatte.
Um 12:20 Uhr erfolgte der erste Erzgang.
Es wurde ein Holzkohle / Erz Verhältnis von 1,7 kg Kohle zu 1,5 kg Erz zugegeben. In einer Gabe (1,5 kg) wurde anstelle von Erz vorsortierte hocheisenhaltige Schlacke und kleinteiliges Eisen, vom Vortag, zugegeben.
Die Erzgänge erfolgten ca. im 10 Minuten Rhythmus. Der Ofen lief sehr gleichmäßig über die gesamte Zeit in der Erz zugegeben wurde ( 4 Stunden).
Um 13:15 Uhr wurde der erste Schlackefluss am Düsenloch sichtbar. Um 15:20 Uhr (nach 3 Stunden) wurde die Sandisolierung beseitigt und die untere Ofenklappe geöffnet. Die bisher angefallene erstarrte Schlacke wurde ausgeräumt. Die Temperatur unter der sich bildenden Luppe hatte sich so weit erhöht, dass der Ofen nun offen gefahren werden konnte. Da der Schlackenfluss sehr gut sichtbar war konnte die Temperaturführung, von der Blasebalgmann-schaft, nach der Konsistenz der fließenden Schlacke, gesteuert werden. Sobald die Schlacke zu dickflüssig wurde, musste mehr belüftet werden. Rann die Schlacke nicht mehr als dünn-flüssiges Rinnsal sondern, als schnellfließende Tropfenfolge, wurde die Belüftung reduziert. Es zeigte sich, dass die Belüftung mit zunehmender Laufzeit des Ofens immer weiter redu-ziert werden konnte.
Um 16:30 Uhr erfolgte der letzte Erzgang. Es wurde noch einmal Kohle nachgegeben und dann die Belüftung eingestellt. Der Ofen brannte dann im Eigenzug herunter und wurde um 18:00 Uhr geöffnet. (Gesamtlaufzeit 5,5 Stunden + Vorheizen)
An der Ofenklappe hatte sich eine kleinere Luppe gebildet. Diese wurde sofort abgeschlagen und geborgen. Aus dem Ofenraum wurden zwei kleinere Luppen geborgen. An der Rück-wand, um die hintere Düse, war ebenfalls eine etwas größere Luppe angebacken. Diese wurde auf einem Holzklotz vorgeschmiedet.
Kleinteiliges Eisen wurde für spätere Versuche nach Augenschein eingesammelt. Es zeigte sich, dass durch die kurze Laufzeit (Ende der Veranstaltung), viel kleinteiliges Eisen sich noch nicht an die Luppen anlagern konnte.
Luppengewichte:
Luppe 1 1430 g Luppen gesamt: 2200 g
Luppe 2 480 g Luppe 1 wurde vorgeschmiedet
Luppe 3 150 g Kleinteiliges Eisen: 400 g
Luppe 4 140 g
Verwendete Materialien:
Raseneisenerz: 34,5 kg Schlacke u. Kleineisen: 1,5 kg ges.: 36 kg
Holzkohle: 40,6 kg + Vorheizmaterial

Luppen Versuch 17 ungeteilt. Luppe 1 wurde vorgeschmiedet

Temperaturverlauf Versuch 21.08.2005
B. Reepen