Rennofenversuche am Sachsenhof in Greven
Seit 1990 werden Versuche zur Eisenherstellung nach dem Rennfeuerverfahren im Freilichtmuseum Sachsenhof durchgeführt.
Die ersten Versuche fanden unter der Leitung von
Bernd Steffen aus Münster statt. Er arbeitete mit hohen Schachtöfen, die sich an den Scharmbecker Ofenfund anlehnten. Als Erz verwendete er Hochofenpellets, die aus verschiedenen Erzen zusammengemischt sind. Es wurde mit natürlichem Zug und mit Blasebälgen gearbeitet.
1998 betrieben Studierende des Seminars für Ur- und Frühgeschichte,der Universität Münster zwei Rennöfen. Die Versuche erfolgten unter der Leitung von
PD Dr. Frank Nikulka.

Ab 2000 beschäftigen sich
Dr. Hermann-Josef Drexler und
Bernhard Reepen mit der Eisenverhüttung. Verhüttet werden Raseneisenerze verschiedener Herkunft. Unter dem Gesichtspunkt der Experimentellen Archäologie werden entsprechend den Prozessabläufen, auch Versuche zur Holzkohlenherstellung in einem Meiler durchgeführt. Ebenso erfolgen Experimente zur Nachbearbeitung der gewonnenen Luppen, wie Frischen und Schmieden. Versuche zu verschiedenen Ofenbaumaterialien, sowie zu alternativen Brennstoffen (Torf, Holz), komplettieren diesen Themenkreis.
Die eingesetzten Ofentypen orientieren sich am Scharmbeckofen, dem Espevejofen aus Dänemark, sowie Modifikationen dieser Öfen. Auch verschiedene Eigenentwicklungen wurden gefahren.
Die ersten Ergebnisse wurden auf der
EXAR-Tagung 2003 in Wien veröffentlicht.
Nachdem 2004 am Sachsenhof das
1. Rennofen und Schmiedesymposium mit internationaler Beteiligung ausgerichtet wurde, fanden sich für 2005 und 2006 Nachfolgeveranstalter für diese Rennofentagungen.
An diesen Symposien beteiligte sich das Grevener Eisenteam mit mehreren Öfen unter verschiedenen experimentellen Gesichtspunkten.
Auf den folgenden Seiten, im Eisenverhüttungsbereich, finden sie Berichte und Ergebnisse über viele unserer Versuche.
Weitergehende Informationen und Berichte auch im Downloadbereich:
http://www.heimatverein-greven.de/downloads.php
B. Reepen