Eisenverhüttung am Sachsenhof

Im Sommer 2001 wurde am Sachsenhof in Greven ein weiterer Rennofenversuch durchgeführt, um aus Raseneisenerz schmiedbares Eisen zu gewinnen. Das Raseneisenerz, auch Ortstein genannt, stammte aus Friesoythe (Kreis Oldenburg) und hatte einen Eisengehalt von 55-60%.

Für die Verhüttung des Raseneisenerzes wurde ein mit Sand gemagerter und mit Stroh versetzter Lehm verwendet.

Bei diesem Rennofen nutzten wir ein Modell, das durch eine separate Düsenklappe wiederverwendbar war. Der Bau des Ofens dauerte ca. 3 Wochen, da die einzelnen Abschnitte trocknen mussten.

Vor Beginn des Rennofenversuches wurde der Ofen vorsichtig angeheizt, um eine gleichmäßige Trocknung zu gewährleisten und das Reißen der Wandung zu vermeiden.

Verhüttungsversuch

Der Ofen wurde mit selbst hergestellter Holzkohle aufgefüllt und auf eine Temperatur von ca. 600°C. aufgeheizt. Nach Erreichung dieser Temperatur wurden abwechselnd Raseneisenerz, Schlacke und Holzkohle über den Brennschacht zugeführt. Bei der Schlacke handelte es sich um die Schlacke eines Versuches, den wir im Jahr 2000 mit dem gleichen Raseneisenerz durchgeführt hatten. Da diese Luppe jedoch nicht schmiedbar war, wollten wir das in ihr enthaltene Eisen bei diesem Versuch nutzen. Dieses wurde in der Vergangenheit sicherlich auch durchgeführt, da Eisen ein wertvoller Rohstoff war.

Während des Verhüttungsprozesses erreichten wir in der Abgaszone eine durchgängige Temperatur von 260 - 280° C. In der Schlackezone wurde die Temperatur zwischen 900°C. und 1100°C. gehalten, wobei durch wechselweise Veränderung der Luftmenge die Temperatur gezielt zwischen 900° und 1100°C variiert wurde. Die eingeblasene Luftmenge wurde nicht gemessen.

Die Luft wurde durch 2 schräg nach unten gerichtete Düsen in den unteren Teil des Ofens geblasen, wobei sich eine Düse in der Ofenklappe und die 2. im linken hinteren Teil befand.



Der Verhüttungsprozess fand von 11:30 Uhr bis 17:30 Uhr statt.

Nachdem 7,5 Kg Raseneisenerz, 9,5 Kg Schlacke und 35 Kg. Holzkohle verarbeitet waren, setzten sich die beiden Luftdüsen durch die gebildete Schlacke zu. Durch die eingeblasene Luft wurde der Verhüttungsprozess nicht mehr unterstützt, sondern die Schlacke auf ca. 600°C. abgekühlt. Der Rennofenversuch musste daher beendet werden.

Die heiße Luppe wurde sofort aus dem Ofen herausgenommen und einem Schmiedeversuch unterworfen.

Das Gewicht der Luppe betrug bei diesem Versuch 2,6 kg. Das Eisen in der Luppe wird im Schmiedevorgang verdichtet und gereinigt. Nur hierdurch kann die Qualität des gewonnenen Eisens beurteilt werden.

Weitere Versuche bei gleicher Ofenanordnung und Temperaturführung werden nur mit Schlacke und nur mit Raseneisenerz durchgeführt.

In Anlehnung an Versuche von Herrn Bullermann soll auch der Einfluss nasser Holzkohle überprüft werden.